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Steuerrecht

In sämtlichen von uns betreuten Rechtsgebieten werden regelmäßig steuerrechtliche Aspekte berührt, häufig sind gerade im Bereich der gestaltenden Beratung steuerliche Gesichtspunkte erst die Motivation für Ihr Handeln.

Unsere Anwälte verfügen über eine steuerliche Ausbildung, teilweise ausgewiesen durch einen Fachanwaltstitel. Die ständige Fortbildung insbesondere im Bereich des sich ständig weiterentwickelnden Steuerrechts ist uns Pflicht.

In Abgrenzung zum Berufsbild des Steuerberaters übernehmen wir jedoch keine klassischen Tätigkeiten eines Steuerberaters sondern nutzen unsere steuerliche Qualifikation zur Verstärkung, Erweiterung und Verzahnung mit unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten insbesondere im Erbrecht, Immobilienrecht und Gesellschaftsrecht.

Häufig erfordern steuerliche Aspekte eine tiefergehende und spezialisierte Prüfung und Bewertung; hier schalten wir Ihre Wirtschaftsprüfer / Steuerberater ein oder vermitteln auf Wunsch eine qualifizierte steuerliche Beratung.

1. Steuerrecht und Erbrecht

Eine qualifizierte Nachfolgeplanung und Regelungen im Bereich der vorweggenommenen Erbfolge erfordern die Berücksichtigung der steuerlichen Auswirkungen, bieten jedoch richtig beraten und begleitet ein deutliches Steuersparpotenzial. Wir beraten Sie unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte beispielsweise bei

  • der optimalen Ausschöpfung von steuerlichen Freibeträgen im Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht,
  • der Übertragung unter Nießbrauchvorbehalt von Immobilien und Betrieben bzw. Geschäftsanteilen,
  • der Gründung von (Familien-) Gesellschaften, der Einbringung von Wirtschaftsgütern in diese Gesellschaften und ggfls. der Übertragung der Gesellschaft oder von Gesellschaftsbeteiligungen an Angehörige oder Dritte (ggfls. auch hier unter Nießbrauchsvorbehalt),

einem Güterstandswechsel im Hinblick auf mögliche steuerliche und zivilrechtliche Vorteile.

2. Steuerrecht und Gesellschaftsrecht

Unser besonderes Augenmerk gilt der steuerlichen Beratung an der Schnittstelle zum Gesellschaftsrecht.

 

Unternehmensgründung

Das deutsche Steuerrecht kennt keine echte „Unternehmenssteuer“ die

  • das Unternehmen auf der Grundlage eines einheitlichen Gewinn- und Einkommensermittlung als Steuerrechtssubjekt erfasst und
  • Transferleistungen von dem im vorgenannten Sinn steuerpflichtigen Unternehmen zu den natürlichen Personen gleichmäßig besteuert.

Mit der Entscheidung über die Wahl einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft als Unternehmensträger wird zugleich eine wesentliche Entscheidung über die Besteuerungsfolgen getroffen. Bei der Kapitalgesellschaft ist Besteuerungssubjekt für die Ertragsteuern (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer) die Gesellschaft; Gewinnausschüttungen werden bei den Gesellschaftern versteuert. Bei der Personengesellschaft ist die Gesellschaft Besteuerungssubjekt bei der Gewerbesteuer und im Übrigen Gewinnermittlungssubjekt; Besteuerungssubjekt ist unmittelbar der beteiligte (Mit-) Unternehmer.

Die steuerliche Intransparenz einer Kapitalgesellschaft und die Transparenz der Personengesellschaft bewirken abweichende Besteuerungsfolgen bei der Übertragung von Wirtschaftsgütern, der Behandlung von Grundbesitz und der Behandlung von steuerlichen Verlusten.

Ist bereits absehbar, dass eine Übertragung bestehender Beteiligungen auf Nachfolger kurzfristig ansteht, sollten bereits bei der Gründung die steuerlichen Unterschiede bei der Übertragung von Anteilen an Personengesellschaften bzw. Kapitalgesellschaften berücksichtigt werden.

 

Unternehmensverkauf

Die unterschiedlichen Besteuerungssysteme im Bereich der Unternehmensbesteuerung wirken auch in den Fällen des Unternehmensverkaufs.

Dies gilt nicht nur für den Vergleich der Besteuerungsfolgen beim Asset-Deal (Verkauf von Einzel-Wirtschaftsgütern). Auch beim Share-Deal (Verkauf der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft; Verkauf des Mitunternehmeranteils) gelten verschiedene Regelungen (§§ 16, 17 Einkommensteuergesetz) und die Gewinne werden in verschiedenen Besteuerungssystemen versteuert (Teileinkünfteverfahren einerseits, Leistungsfähigkeit und ggfls. Progressionserleichterungen andererseits). Bedeutsam sind beim Share-Deal darüber hinaus die unterschiedlichen Besteuerungsfolgen für den Erwerber. Während bei dem Erwerb eines Mitunternehmeranteils die Anschaffungskosten auf die erworbenen Wirtschaftsgüter (in steuerlichen Ergänzungsbilanzen) verteilt werden, erwirbt der Käufer eines Unternehmens in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft steuerlich nicht laufend amortisierbare Beteiligungsrechte.

 

Unternehmensnachfolge

Im Bereich der Unternehmensnachfolge sind sowohl die erbschaft- bzw. schenkungssteuerlichen Aspekte als auch die ertragsteuerlichen Rechtsfolgen zu betrachten.

Die Bewertung von Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften, die Grundlage für die Erbschaftssteuer ist, ist seit dem 01.01.2009 rechtsformneutral.

Unterschiede bestehen bei der steuerlichen Begünstigung von Betriebsvermögen (§§ 13a, 13b und 19a Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz), bei der nur bei Personengesellschaften die Beteiligungshöhe unerheblich ist (§ 13b Abs. 1 Nr. 3 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz).

Unter ertragsteuerlichen Gesichtspunkten bestehen sowohl bei der Übertragung im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge als, auch beim dem Erwerb von Todes wegen dem Grunde nach keine Rechtsformunterschiede zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften; in beiden Fällen ist es möglich, bei der Nachfolge die Aufdeckung stiller Reserven zu vermeiden. Bei der Übertragung gegen Versorgungsleistungen sind Besonderheiten zu berücksichtigen.

Gerade die Unternehmensnachfolge stellt in dem sich derzeit im Fluss befindlichen Erbschaftsteuerrecht einen zentralen Punkt der aktuellen Beratung und Gestaltung dar.

3. Steuerrecht und Immobilienrecht

Im Bereich der privaten Vermögensverwaltung entstehen ertragsteuerliche Folgen oft bei der Veräußerung von Immobilien vor Ablauf der Spekulationsfrist; bei der Veräußerung mehrerer Immobilien innerhalb von kurzen Zeiträumen gilt es, die Rechtsfolgen eines „gewerblichen Grundstückshandels“ zu vermeiden. Häufig kann bei der Übertragung von Grundbesitz das Entstehen von Grunderwerbsteuer vermieden werden.

Wird ein Grundstück von einer oder auf eine Gesellschaft übertragen, wird die Personengesellschaft gegenüber der Kapitalgesellschaft in grunderwerbsteuerlicher Hinsicht privilegiert. Neben den sachlichen Befreiungsvorschriften der §§ 5 (Übergang auf eine Gesamthand) und 6 (Übergang von einer Gesamthand) Grunderwerbsteuergesetz sind auch die personenbezogenen Befreiungsvorschriften des § 3 Nr. 2-7 (Ausnahme von der Besteuerung bei dem Erwerb durch bestimmte Personen) Grunderwerbsteuergesetz auf Personengesellschaften anwendbar. Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft genießen diese Steuervorteile nicht.

Bewegen sich Anteilsübertragungen im sachlichen Anwendungsbereich der §§ 1 Abs. 2a und 1 Abs. 3 Grunderwerbsteuergesetz weist die Personengesellschaft gegenüber der Kapitalgesellschaft deutliche Besteuerungsvorteile auf. Auch hier sind neben den sachlichen Befreiungsvorschriften der §§ 5 und 6 Grunderwerbsteuergesetz die personenbezogenen Befreiungsvorschriften des § 3 Nr. 2-7 Grunderwerbsteuergesetz auf Personalgesellschaften anwendbar. Für Anteilsübertragungen gilt dies bei Anteilen an Kapitalgesellschaften nur, soweit bereits vereinigte Anteile weiterübertragen werden (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 oder 4 Grunderwerbsteuergesetz) oder ein Fall des § 3 Nr. 2 Grunderwerbsteuergesetz gegeben ist.

Besteuerungsnachteile bestehen bei der Personengesellschaft dann, wenn innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren zumindest 95 % der Gesellschaftsanteile auf neue Gesellschafter übergehen oder sich in einer Hand vereinigen.

 

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